Logo
Robert Bauer
- Haßmersheim -
Druckausgabe der Webseite: www.robert-bauer.eu (Druck: Monday, 17.05.2021)

Kontinuierliche Verbesserung als Managementtechnik

2.1.7 Die Normenreihe ISO 9000 ff und die Grundsätze des Qualitätsmanagements

Wie sieht ein derartiges konsistentes QMS aus? Woran kann sich ein Manager halten, wenn er den Qualitätsprozess im Unternehmen kontinuierlich am Laufen halten möchte? Anhaltspunkte dazu liefert beispielsweise die Normenreihe „DIN EN ISO 9000 ff“ der International Organization for Standardization (ISO) beziehungsweise dem Deutschen Institut für Normung (DIN). Die Reihe stellt einen Bezugsrahmen her zwischen Unternehmen in einem globalen Wettbewerb, indem es modellhaft darlegt, auf welchen Pfeilern ein modernes QMS aufgebaut werden könnte.

Zudem wächst die Normenreihe im Laufe der Zeit mit den Veränderungen am Markt mit und die einzelnen Normen werden immer wieder überarbeitet – im Jahr 2005 beispielsweise die ISO 9000, bei der es um Grundlagendefinitionen und Begriffe zum QMS geht. Die darauffolgende Norm ISO 9001, zuletzt veröffentlicht im Dezember 2008, definiert die Basis für ein umfassendes QM-Konzept. Insbesondere legt sie die acht Grundsätze des Qualitätsmanagements fest (vgl. Tabelle 1). Um eine breite Anerkennung bei den Qualitätsverantwortlichen zu erhalten, werden diese Leitaspekte an den Erfahrungen führender Unternehmen ausgerichtet. Sie sollen dabei helfen, den gesamten Betrieb auf eine systematische Zielorientierung und ständige Leistungsverbesserung zu fokussieren (DQS GmbH). Eine nur halbherzige Umsetzung dieser Schlagworte lässt sich vermeiden, wenn die Qualitätspolitik mit der Unternehmenspolitik verschmilzt. Gerade Ansätze der kontinuierlichen Verbesserung sind ohne eine Einbindung in ein nachhaltiges QMS kaum vorstellbar. Ebenso müssen die Qualitätsrichtlinien für alle Mitarbeiter verständlich und authentisch formuliert werden und klare Vorgehensweisen und messbare Ziele darlegen (Cassel, 2007, S. 70).

Tabelle 1 – Acht Grundsätze des Qualitätsmanagementsfuss11

1.Kundenorientierung
2.(Unternehmens-) Führung
3.Einbeziehung der Mitarbeiter
4.Prozessorientierter Ansatz
5.Systemorientierter Managementansatz
6.Ständige Verbesserung
7.Sachbezogener Ansatz zur Entscheidungsfindung
8.Lieferantenbeziehungen zum gegenseitigen Nutzen

Legt ein Unternehmen seine strategische Konzeption stringent auf die Normenreihe ISO 9000 ff aus und erfüllt bestimmte formale Voraussetzungen, kann es sich offiziell zertifizieren lassen. Von einem solchen Zertifikat erhofft sich der Betrieb neben marktstrategischen Effekten (die sich auf Grund der quasi offiziell bescheinigten Qualität einstellen können) und der manchmal auch damit verbundenen rechtlichen Absicherung (Produkthaftung) positive Auswirkungen auf die eigene Zukunftssicherungfuss12. „Ein QMS, welches den Anforderungen der Normenreihe genügt, ist … ein guter Weg, ein Unternehmen – trotz des Wandels und der dadurch veränderten Rahmenbedingungen und Anforderungen – zukunftssicher zu gestalten und zu lenken“ (Wiki-QM-Norm). Gleichzeitig darf dies nur als erster Schritt in die richtige Richtung gewertet werden. Die Zertifizierung an sich ist noch lange kein Garant für das permanente Erfüllen der Qualitätsanforderungenfuss13. Sie verdeutlicht nur, dass die Abläufe qualitätsorientiert geplant und in einem QM-Handbuch festgelegt sind, garantiert jedoch keine operative Umsetzung. Und gerade auf das konkrete Anwenden und Verbessern des gesamten QMS sollte der Schwerpunkt bei der tagtäglichen Qualitätsarbeit gelegt werden.

 

Fuss       Fussnoten:

fuss11 (Cassel, 2007, S. 72)

fuss12 In einigen Branchen ist es mittlerweile unverzichtbar, die Unternehmung nach den aktuellen QM-Normen zertifizieren zu lassen, auch wenn dies oft mit einem sehr hohen internen Aufwand verbunden ist. Viele industrielle Einkäufer pflegen Geschäftsbeziehungen nur noch mit Zulieferern, die diese Grundvoraussetzung erfüllen (Bläsing, 1992).

fuss13 Auf Grund eines fehlenden Nachweises ist es bis Ende der 1990er zweifelhaft, ob Unternehmen, die ein QM-System nach DIN 9000 ff aufbauen, tatsächlich eine höhere Qualitätsfähigkeit besitzen als solche, die kein solches Konzept realisieren (Michael, 1992). Einen solchen Nachweis möchten Singhal und Hendricks mit einer Langzeitstudie liefern (vgl. dazu Kapitel 4.4.4).

 

» Inhalt       » zurück      » vor       » Quellen

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Gemäß dem Urheberrechtsgesetz (§51 UrhG) kann aber gerne aus diesem Text - mit Quellenangabe und Verweis auf den Autor - zitiert werden. Als Quelle bitte angeben: http://www.robert-bauer.eu/kvp.php

Der Text wurde in Zusammenarbeit mit der KARER CONSULTING erstellt. Falls nichts anderes angegeben, liegen daher die Bildrechte der Grafiken und Abbildungen bei der KARER CONSULTING sowie beim Autor. Sie dienen ausschließlich dem besseren Verständnis des hier veröffentlichten Textes und dürfen nur nach schriftlicher Zustimmung für andere Zwecke (insbesondere Veröffentlichungen und Verwendung in Präsentationen oder Konzepten) verwendet werden.

In diesem Dokument wird an einigen Stellen die Bezeichnung „ViT: Verbesserungen im Team” verwendet. Dies ist ein für die KARER CONSULTING geschütztes Markenzeichen.