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Robert Bauer
- Haßmersheim -
Druckausgabe der Webseite: www.robert-bauer.eu (Druck: Monday, 17.05.2021)

Kontinuierliche Verbesserung als Managementtechnik

2.2.5 Der systemische Ansatz

Eine kontinuierliche Verbesserung einer bestehenden Organisation beispielsweise durch systematische Aktivitäten von Kleingruppen, in denen durch eine geeignete Moderation und gemeinsame Lösungsfindungen die angesprochenen psychologischen Barrieren bestmöglich umgangen werden, kann als Weiterentwicklung dieses adaptiven Problemlösens aufgefasst werden. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass es nicht immer möglich und zielführend ist, ein Problem nur zerlegt in seine kleinsten Bestandteile zu begreifen. Ein System ist oft mehr als die Summe seiner Einzelabschnitte. „Mit anderen Worten, man muss eine ganzheitliche Sicht der Dinge annehmen, das Ganze und seine Teile, das Netzwerk der zwischen ihnen bestehenden Interaktionen, die Beziehungen des Systems zu seiner Umwelt, die Komplexität des Ganzen, die interne Ordnung des Systems, seine Lenkung und Entwicklung betrachten“ (Probst, 1992, S. 447).

Bei einem solchen systemischen Ansatz ist kein Platz mehr für eine penible Arbeitsteilung im Tayloristischen Sinne, bei der es im Extremfall zu einer unangemessenen Zerstückelung der Verantwortlichkeiten kommen kann. Aus Gründen der Rationalisierung werden beim Scientific Management Arbeitsschritte so verkleinert und auf mehrere Unternehmen verteilt, dass der Einflußbereich eines Betriebes auf das Endprodukt sehr gering ausfallen kann. Qualitätsdefizite können oft nicht zugewiesen werden, weil sie gerade zwischen den Maschen der einzelnen Stätten durchrieseln.

Selbst der Bundesgerichtshof unterstützt durch eine Entscheidung in den 1970ern die Tendenz hin zu systemischen Ansätzen: ein Unternehmen darf sich bei Qualitätsmängeln fortan nicht mehr auf seinen engen Einflussbereich berufen, sondern wird auch bezüglich der Verlässlichkeit von Zulieferbetrieben in die Verantwortung genommen (Malorny & Kristian, 1994, S. 127). Dem Anspruch eines systemischen Ansatzes kann man demnach nur gerecht werden, wenn man in einem Unternehmen sowohl nach innen als auch nach außen ein interaktives Vorgehen pflegt, das auf den bereits gemachten Erfahrungen der Vergangenheit aufbaut und zukunftsweisende Veränderungen vorausschauend integriert.

 

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