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Robert Bauer
- Haßmersheim -
Druckausgabe der Webseite: www.robert-bauer.eu (Druck: Saturday, 18.09.2021)

Kontinuierliche Verbesserung als Managementtechnik

2.2.6 Die lernende Organisation

Eine solche anpassungsfähige Struktur wird häufig als lernende Organisationfuss24 bezeichnet, in der vor allem der Mensch als Wissensträger eine zentrale Position einnimmt. Auf Grund der heute oft recht geringen Halbwertzeit von Informationen vor allem in innovativen Bereichen wird „die Lernfähigkeit von Unternehmen – mit anderen Worten die Fähigkeit, Wissen kreativ zu erzeugen und konsequent zur Bewältigung des Wandels einzusetzen – zur wahrscheinlich sichersten Quelle für dauerhafte Wettbewerbsvorteile“ (Zahn & Greschner, 1996, S. 43).

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Abbildung 2 – Umsatzzuwächsefuss25

Dabei sind Lernprozesse an sich nichts Neues. „Die Frage ist nicht, ob ein Unternehmen lernt; vielmehr sollte nach der Art und dem Inhalt des Lernens gefragt werden“ (Friedrich & Raffel, 1998, S. 9). Die systematische Verankerung des Lernens in einem Unternehmen stellt einigen Studien zu Folge einen wesentlichen Nutzen dar. So lautet eine Kernaussage einer empirischen Untersuchung aus dem Jahre 1996 von Dr. Wieselhuber & Partner: „Lernende Unternehmen sind erfolgreicher als nicht-lernende Unternehmen“ (Friedrich & Raffel, 1998, S. 68). Abzulesen ist dies beispielsweise an den Umsatzzuwächsen, die bei nicht-veränderungsorientierten Organisationen wesentlich niedriger als bei lernenden ausfallen (vgl. Abbildung 2). Ähnliche Konsequenzen zieht 1982 die Unternehmensberatung McKinsey nach der ausführlichen Analyse von 80 erfolgreichen und gut situierten Betrieben: „Hervorragend geführten Unternehmen gelingt es, eine ‚Lern-Atmosphäre‘ zu schaffen, in der die Weiterentwicklung des Managements auf vielfältige Weise gefördert wird. Für diese Unternehmen ist die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter kein isoliertes Programm, sondern eine Grundeinstellung, die alle Managementtätigkeiten berührt“ (Wahren, 1996, S. 1).

Gerade als ein solcher, alle Bereiche durchziehender Leitgedanke liegen die positiven Auswirkungen des organisationalen Lernens auf die Qualität im Unternehmen auf der Hand. Man möchte aus den Ergebnisabweichungen lernen, um daraus bessere Handlungen zu entwickeln, die wiederum zukünftig die Anforderungen genauer erfüllen.

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Abbildung 3 – Zeitdauer und Zielerreichung im Vergleichfuss26

Dieses Lernen im Sinne einer detaillierten Analyse der Prozesse, bei der die zur Ergebnisabweichung führenden Fehler lokalisiert und deren Ursachen untersucht werden, beansprucht in der Regel mehr Ressourcen als bei der traditionellen Vorgehensweise. Weil aber anschließend bei der Umsetzung der Handlung zügiger vorgegangen werden kann und insbesondere weniger Zeit für Nacharbeiten nötig ist, ist die gesamte Zeitdauer von Prozessen in lernenden Organisationen meist viel kürzer und gleichzeitig zielgenauer (vgl. Abbildung 3).

 

Fuss       Fussnoten:

fuss24 Eigentlich ist der Begriff der lernenden Organisation gewissermaßen irreführend, weil nicht die Organisation an sich, sondern die in ihr tätigen Menschen lernen und diese wiederum das Gelernte in mehr oder weniger gut aufbereiteter Form der Organisation zur Verfügung stellen.

fuss25 in Anlehnung an (Friedrich & Raffel, 1998, S. 69)

fuss26 in Anlehnung an (Friedrich & Raffel, 1998, S. 67)

 

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