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Robert Bauer
- Haßmersheim -
Druckausgabe der Webseite: www.robert-bauer.eu (Druck: Saturday, 18.09.2021)

Kontinuierliche Verbesserung als Managementtechnik

3.1 Zwei Kategorien der Verbesserung

Gemäß der Norm ISO 9004:2000 ist es für die Koordination aller Verbesserungsmaßnahmen im Betrieb ratsam, diese in zwei Hauptkategorien einzuteilen. In der ersten Kategorie werden alle Aktionen zusammengefasst, die enorme Verbesserungen durch eine stark gebündelte Arbeitsleistung erwirken wollen: „Strategische Schlüsselprojekte, die zu einer Neugestaltung vorhandener Prozesse oder zur Verwirklichung neuer Prozesse führen, die gewöhnlich von funktionsübergreifenden Teams außerhalb des Routinebetriebs durchgeführt werden“ (Cassel, 2007, S. 174). Diese wirkungsvollen und komprimierten Umbrüche in der Prozesslandschaft können große Effekte bewirken, die bereits am Projektende eintreten. Allerdings sind sie oft mit einem recht hohen Ressourcenverbrauch verbunden. Weil solche Radikalmaßnahmen meist von der Geschäftsleitung initiiert und in speziellen Projektteams umgesetzt werden, müssen die Verantwortlichen besonders darauf achten, die geplanten Neuerungen den betroffenen Mitarbeitern frühzeitig und offen vorzustellen und sie mit den Änderungen und neuen Herausforderungen vertraut zu machen. Gleichzeitig ist es in den meisten Fällen sinnvoll ein Projekt-Risikomanagement einzusetzen, um die Schadenspotentiale für die Organisation durch Verfehlung der Projektziele kontrollierbar zu machen.

In die zweite Kategorie werden die weniger spektakulären, eher langsam fortschreitenden Veränderungsmaßnahmen eingeordnet: „Schrittweise ständige Verbesserungen, die von Personen im Rahmen vorhandener Prozesse durchgeführt werden“ (Cassel, 2007, S. 174). Auch wenn sich hierbei für die Unternehmung als Ganzes die sichtbaren Effekte (beispielsweise auf Unternehmenskennzahlen) erst in einem längerfristigen Zeithorizont einstellen, sind die kleinen Verbesserungen vor Ort am Arbeitsplatz des betroffenen Mitarbeiters meist unmittelbar und sofort spürbar, was wiederum die Motivation zur Teilnahme an solchen Aktionen steigert. Durch die inkrementelle Anpassung bestehender Abläufe, die von den Mitarbeitern als permanente Aufgabe wahrgenommen und damit auch getragen werden sollte, besteht im Einzelnen ein eher geringes Risiko des Scheiterns. Aus diesem Grund kommen die kleinen Verbesserungsmaßnahmen mit einem deutlich geringeren Kontroll- und Koordinationsaufwand aus als komplexe Projekte. Aber auch hier ist es wichtig, diese kontinuierlichen Aktivitäten in ein systematisches Konzept mit Vereinbarungen und Regeln einzubinden, um so den nachhaltigen Erfolg zu gewährleisten.

Im Folgenden werden typische Methoden für beide Kategorien vorgestellt. Sie alle haben Anteil an einer umfassenden Managementtechnik der Verbesserung im Unternehmen, indem sie sich gegenseitig bei der Lösung von Problemen und Integration von neuen Ideen und Potentialen ergänzen.

 

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