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Robert Bauer
- Haßmersheim -
Druckausgabe der Webseite: www.robert-bauer.eu (Druck: Saturday, 18.09.2021)

Kontinuierliche Verbesserung als Managementtechnik

4.1.6 Mit Andon-Tafeln zur sofortigen Fehlerbehebung

Neben der organisationalen Optimierung der Prozessabläufe müssen nachwievor auftretende Fehler seitens der Menschen und seitens der Infrastruktur (Maschinen, Büroeinrichtung usw.) sofort gemeldet werden, damit sie nicht in die nachfolgenden Schritte eingeschleppt werden und in Zukunft nicht erneut auftreten. Fehlerhafte Teile haben im nächsten Prozessschritt (genauer: beim nächsten internen Kunden) nichts verloren. Oft ist eine solche Fehlermeldung auch mit dem Stopp des Prozesses verbunden. Dieser kann entweder durch einen automatischen Sensor oder das Eingreifen einer Person vor Ort (zum Beispiel durch eine Reißleine) ausgelöst werden. Dieser abrupte Eingriff wird dadurch gerechtfertigt, „dass Fehler oder Abweichungen am schnellsten erkannt werden, wenn man den am Prozess beteiligten Mitarbeitern die Verantwortung für die Fehlererkennung überträgt. Die Mitarbeiter brauchen ein umfassendes Verständnis der Spezifikation (Kundenanforderung), um beurteilen zu können, wann ein Fehler nicht mehr toleriert werden darf … In der verarbeitenden Industrie können Prozesse nicht immer gestoppt werden. Dennoch ist es auch hier wichtig, das Problem so schnell wie möglich zu identifizieren, damit Korrekturmaßnahmen ergriffen werden können“ (Drew, McCallum, & Roggenhofer, 2005, S. 59). Wird ein Prozess unterbrochen, kann auf speziellen Anzeigefuss64-Tafeln schnell und übersichtlich eingesehen werden, an welcher Stelle das Problem aufgetreten ist und wie es um den aktuellen Produktionsstatus bestellt ist. Mittlerweile findet man beispielsweise solche Hinweise auf den meisten Druckern und Kopiergeräten, die dem Benutzer in einem Display bei einem Papierstau anzeigen, wo genau das Blatt hängen geblieben ist. „Durch Andon-Tafeln ist eine Fehlerlokalisierung ‚auf einen Blick‘ möglich“ (Traeger, 1994, S. 30). Sinn und Zweck dieses methodischen Vorgehens ist es, Fehlerursachen an der Wurzel zu bekämpfen. All zu oft neigen Produktionsleiter dazu, eine stillstehende Anlage möglichst schnell wieder zum Laufen zu bringen. Hauptsache der Fehlerauftritt wird „irgendwie“ beseitigt. Gerade an dieser Stelle ist aber Disziplin und Geduld gefordert. „Wenn es nicht möglich ist, das Problem sofort und endgültig zu lösen, müssen zumindest erste Maßnahmen eingeleitet werden, bevor der Prozess wieder gestartet wird. Beispielsweise kann angeordnet werden, alle Komponenten einzeln zu prüfen, bis die Ursache eines zeitweise auftretenden Fehlers in einem vorgelagerten Prozessschritt ermittelt und beseitigt wurde“ (Drew, McCallum, & Roggenhofer, 2005, S. 60).

 

Fuss       Fussnoten:

fuss64 Japanisch: „Andon“

 

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