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Robert Bauer
- Haßmersheim -
Druckausgabe der Webseite: www.robert-bauer.eu (Druck: Saturday, 18.09.2021)

Kontinuierliche Verbesserung als Managementtechnik

4.2.1 Auch Toyota hat Probleme

Toyota wird oft als Vorzeigemodell für schlanke Produktion und hohe Qualität angesehen. Derzeit sieht die wirtschaftliche Lage dieses Wirtschaftsunternehmens leider etwas anders aus. So scheint auch der japanische Autobauer mit Qualitätsmängeln bei einigen seiner Produkte kämpfen zu müssen, was sich in Rückholaktionen für bereits ausgelieferte Fahrzeuge oder diversen Pannenstatistiken bemerkbar machtfuss76. Gleichzeitig ist der Konzern stark von den Auswirkungen der Finanzkrise betroffen. Dies spiegelt sich deutlich in den Anfang August 2009 bekannt gegebenen Unternehmenszahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres wider, die erstmals in der gesamten Unternehmensgeschichte einen Verlust ausweisen: „Die weltweiten Fahrzeugverkäufe lagen … bei 1,4 Millionen Einheiten, das sind 785.000 weniger als im Vorjahreszeitraum … Das Betriebsergebnis ging von 412,5 Milliarden Yen (2,5 Milliarden Euro) auf -194,9 Milliarden Yen (-1,5 Milliarden Euro) zurück. Das Nettoergebnis … weist einen Verlust von 77,8 Milliarden Yen (585 Millionen Euro) im ersten Quartal aus“ (Toyota.de, 2009).

Wo liegen die Ursachen für die abgeschwächte Qualität und die (zumindest teilweise daraus resultierenden) Umsatzeinbrüche? Die Gründe hierfür sieht beispielsweise das Magazin BusinessWeek in einem – für Toyota ungewöhnlich – rasanten Wachstum in den letzten Jahren, während gleichzeitig viele langjährige Mitarbeiter, die die Unternehmenskultur über Jahrzehnte mit aufgebaut haben, ins Rentenalter kommen. In der Konsequenz benötigt das Unternehmen in kurzer Zeit rund 40.000 neue Manager, Führungskräfte und Mitarbeiter, welche aber nicht aus den eigenen, insbesondere japanischen Reihen rekrutiert und somit nicht so ohne Weiteres in die Unternehmenskultur integriert werden können. Dadurch besteht die Gefahr, dass Toyota schleichend seine tragende DNS verliert (Welch & Rowley, 2007). Ähnliche Ursachen werden in einem Artikel im managermagazin aufgezeigt. Durch die derzeitige Krise ist in „den USA … die Situation für die Japaner noch schlimmer. Das Land gleitet in die Rezession ab; und das ausgerechnet in einer Phase, in der Toyota die Kapazität massiv erhöht. 2,2 Millionen Autos will der Konzern 2010 in Nordamerika bauen, gut 500 000 mehr als heute“ (Freitag, 2008, S. 31). Bei solch ehrgeizigen Zielen verwundert es nicht, dass das Unternehmen, dessen Erfolg vor allem auf einer starken japanischen Zentrale und der japanischen Unternehmenskultur basiert, damit an seine Grenzen stößt. Selbst Vorstandsmitglieder schätzen die Dauer auf zehn Jahre, die ein Entwickler oder Produktionsexperte benötigt, bis er die Firma begriffen hat und selbständig arbeiten kann (Freitag, 2008, S. 31f).

 

Fuss       Fussnoten:

fuss76 „Allein 2006 musste Toyota nach Pannenserien weit mehr als zwei Millionen Kunden in die Werkstätten bitten“ (Freitag, 2008, S. 29).

 

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