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Robert Bauer
- Haßmersheim -
Druckausgabe der Webseite: www.robert-bauer.eu (Druck: Monday, 17.05.2021)

Kontinuierliche Verbesserung als Managementtechnik

4.3.1 In kleinen Schritten zum gesunden Unternehmen

Möchte man ein glaubwürdig nachhaltiges System auf schlanker Basis einrichten, darf unter dem Deckmantel der Lean-Bewegung keine klassische „Jobrasiermaschine“ eingeschleust werden. Denn „heute weiß man, schlank bzw. zu schlank macht nicht unbedingt gesünder. Oftmals wurde in der Vergangenheit zu viel Fett weggeschnitten und auch vor lebensnotwendigen Organen eines Unternehmens oder Muskeln kein Halt gemacht. Viele Unternehmen haben ‚Lean‘ übertrieben und gingen statt an Fettleibigkeit später an Magersucht zugrunde. Der Mittelweg ist auch hier wohl der Richtige“ (Füser, 1997, S. 65). Und dieser sieht keine Massenentlassungen vor, sondern geht den Weg zur schlanken Organisation kontinuierlich in kleinen Schritten, bei dem zwar Mitarbeiter an einer Stelle (beispielsweise durch Maschinen oder eine Prozessstraffung) überflüssig werden, dafür aber gleichzeitig in anderen Bereichen geschult werden, um so das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Mit ähnlicher Intention werden bei den Schulungen des TSSC die Seminarteilnehmer empfangen: „Bevor Sie alle das Toyota Produktionssystem lernen, möchte ich, dass Sie mir eine Sache versprechen. Auch wenn die Produktivität Ihres Betriebs steigt und überschüssige Arbeitskraft entsteht, möchte ich, dass Sie diesen Leuten auf keinen Fall kündigen. Die Mitarbeiterzahl zu verringern und dadurch Profite zu erwirtschaften, ist einfach. Aber das TPS besteht gerade darin, dies nicht zu tun … Um das TPS erfolgreich einzuführen, dürfen Sie es nicht nur als bloßes Instrument zur Erhöhung der Produktivität ansehen. Ich möchte, dass Sie es als systematische Philosophie auffassen, um Mitarbeiter auszubilden und sie zur aktiven Mitarbeit zu motivieren (Ditzer, 2005, S. 7f)“.

Bei genauerer Betrachtung besteht der Sachverhalt nämlich im Gegensatz zur Auffassung vieler Manager genau anderes herum. An erster Stelle braucht man hochqualifizierte Mitarbeiter, die die Herausforderungen des wirtschaftlichen Umfeldes meistern können. Erst in der Konsequenz daraus ergibt sich die Forderung, den Prozess zu entschlacken, um die Mitarbeiter zu entlasten. Nachhaltig positive Unternehmenszahlen (z.B. Kosten, Erlöse, Rentabilität) ergeben sich meist nur (dann aber zwangsläufig), wenn die Sachkriterien Qualität, Geschwindigkeit, Flexibilität und so weiter auf Vordermann gebracht sind (Pfeiffer & Weiß, 1992, S. 51).

 

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