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Robert Bauer
- Haßmersheim -
Druckausgabe der Webseite: www.robert-bauer.eu (Druck: Monday, 29.05.2017)

Der Schein und die Ästhetik der Macht bei Machiavelli und Nietzsche

Heute werden im Namen Machiavellis Handbücher und Abhaklisten der Macht zum alltäglichen Gebrauch für jeden daher gelaufenen Manager vertrieben. Seine Aussagen polarisieren - und das treibt die Absatzzahlen in die Höhe.

Gerade zu Beginn der Neuzeit ist Machiavelli einer der ersten, der begreift, dass die Todesstunde für ein transzendentes Weltverständnis zur Legitimierung des Machtanspruchs bereits geschlagen hat. In einer solchen Welt muss sich Macht behaupten und zwar ohne Hilfe durch eine höhere Gewalt und gegen die stets volatilen Einzelinteressen der Beteiligten. Der Fürst ist nun der Vielzahl an Perspektiven ausgesetzt und muss den Blicken des Publikums standhalten. Für diese Zwecke muss sich der Herrscher der Ästhetik der Macht bedienen. Der damit inszenierte Schein wird zur Grundlage jeder realistischen Politik.

Friedrich Nietzsche greift gute 350 Jahre später einige Aspekte des Florentiners auf und entwickelt sie in seiner Theorie vom Übermenschen weiter. Freilich: ihm geht es weniger um das Wissen um die Macht als vielmehr um den oft zitierten Willen zur Macht, der gewissermaßen als tief greifender Instinkt dem Menschen inne wohnt. Den genauen Zusammenhang erhält der Leser am Ende dieses Textes, doch zuvor widmen wir uns ausführlich dem Schein und der Ästhetik der Macht bei Machiavelli.

» Inhaltsverzeichnis

Informationen zu diesem Text

TitelDer Schein und die Ästhetik der Macht bei Machiavelli und Nietzsche
AutorRobert Bauer
VersionInternetversion, 2009 (vollständig und kostenlos online lesbar)
Umfang56 Seiten (in der gedruckten Version)
UrheberrechtDieser Text ist urheberrechtlich geschützt.
ZitateGemäß dem Urheberrechtsgesetz (§51 UrhG) kann gerne aus diesem Text - mit Quellenangabe und Verweis auf den Autor - zitiert werden.
Linkhttp://www.robert-bauer.eu/machiavelli.php
E-BookDieser Text kann als E-Book gekauft werden.
ISBN-Nr.978-3-640-35286-9 bzw. 978-3-8366-3073-3

Ausschnitt von »Der Fürst«, Ulm 2004, 41 x 32 cm

Startbild

Bildquelle: eigenes Gemälde

 

Inhaltsverzeichnis

1 Das Wissen um Macht
2 Der Begriff der politischen Macht
3 Machiavelli und seine Zeit
   3.1 Machiavellis Kindheit und die Medicis
   3.2 Savonarola – eine Sünde gegen die Gelegenheit
   3.3 Caterina Sforza und die List einer Mutigen
   3.4 Machiavelli bei Cesare Borgia, dem Meister des Verrats
4 Der Schein und die Ästhetik der Macht
   4.1 Konfrontation mit anderen Philosophen
       4.1.1 Thukydides und die Politik jenseits von Gut und Böse
       4.1.2 Platon und die Philosophenkönige
       4.1.3 Aristoteles und der Hass der Bevölkerung
       4.1.4 Cicero und der Irrtum über die Heuchelei
       4.1.5 Das Neue an Machiavellis Gedanken
   4.2 Machiavellis Menschenbild
       4.2.1 Die menschliche Kleingläubigkeit
       4.2.2 Egoismus als Grundprinzip
       4.2.3 Virtù – die Fürstentugend
   4.3 Die Religion als Stütze der Zivilisation
   4.4 Die Ästhetik der Macht
       4.4.1 Die Bedeutung der Perspektive
       4.4.2 Die Rolle der Darstellung und der Medien
   4.5 Der Schein der Macht
       4.5.1 Der Schein als Bindemittel zwischen Wirklichkeit und Image
       4.5.2 Mehr Schein als Sein
       4.5.3 Der Fürst als Täuscher und Heuchler
5 Reaktionen und Einflüsse
   5.1 Machiavellismus
   5.2 Eine konstruktive Auseinandersetzung mit Machiavelli
       5.2.1 Botero, Bodin und Bacon
       5.2.2 Thomas Hobbes und der Preis der Menschen
       5.2.3 Mandeville und die Laster der Gesellschaft
       5.2.4 Helvétius und die Liebe zur Macht
6 Nietzsche und der Wille zur Macht
   6.1 Menschliches
   6.2 Die Macht des Scheins
   6.3 Der Wille zur Macht
   6.4 Herrenmoral und Sklavenmoral
   6.5 Vom schöpferischen Übermenschen
7 Wege jenseits von Gut und Böse
8 Quellen