Logo
Robert Bauer
- Haßmersheim -
Druckausgabe der Webseite: www.robert-bauer.eu (Druck: Monday, 17.05.2021)

Der Schein und die Ästhetik der Macht bei Machiavelli und Nietzsche

4.1.5 Das Neue an Machiavellis Gedanken

Zusammenfassend können wir notieren, dass Machiavelli seine ganze Aufmerksamkeit auf die Wirklichkeit der Macht konzentriert, wobei auf eine transzendente und moralische Begründung (beispielsweise von Gut und Böse) konsequent verzichtet wird. Somit wird die Zustimmungsbedürftigkeit von Macht ihres philosophisch-metaphysischen Charakters entkleidet. Machiavelli liefert dabei nur eine Beschreibung, eine neue Technologie der Machtausübung und so wird nicht mehr nach einer metaphysisch fundierten Theorie gesucht, sondern vielmehr eine instrumentelle Rationalität an den Tag gelegt. Mit einer solchen Konzeption wird damit bereits über hundert Jahre vor Hobbes’ »Leviathan« ein Bruch mit der klassisch-aristotelischen Lehre vom Menschen als »zoon politikon« eingeleitet.

Machiavellis Vermittlung von Herrschaftswissen ist insbesondere durch Brauchbarkeit ausgezeichnet. Macht und Gesetze werfen keine Grundsatzfragen mehr auf, sondern die auftretenden Probleme werden kasuistisch entscheidbar, wobei vor allem der Geschichte als Lehrmeisterin eine große Rolle zugeschrieben wird. Diese neue Technik ist geprägt durch den Schein und begründet sich somit in der Natur des Menschen, denn wo ein Schein wirken soll, müssen auch immer Menschen diesen wahrnehmen und am besten Falle als Wahrheit akzeptieren.

 

» Inhalt       » zurück      » vor       » Quellen

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Gemäß dem Urheberrechtsgesetz (§51 UrhG) kann aber gerne aus diesem Text - mit Quellenangabe und Verweis auf den Autor - zitiert werden. Als Quelle bitte angeben: http://www.robert-bauer.eu/machiavelli.php