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Robert Bauer
- Haßmersheim -
Druckausgabe der Webseite: www.robert-bauer.eu (Druck: Saturday, 18.09.2021)

Der Schein und die Ästhetik der Macht bei Machiavelli und Nietzsche

4.5 Der Schein der Macht

Bis zu diesem Absatz sollte dem Leser bereits verdeutlicht worden sein, »dass die Fürsten große Dinge vollbracht haben, die von ihrer Treue nur wenig Aufhebens gemacht und die mit List und Tücke die Köpfe der Menschen umnebelt haben; ja schließlich sind sie Sieger geblieben über die, die sich auf ihre Rechtlichkeit verließen ... [Wer] ... sich am besten auf die Fuchsnatur verstanden hat, ist am besten gefahren. Aber man muss dieses Wesen gut beschönigen und im Heucheln und Verstellen Meister sein« (P 70f).

Grundvoraussetzung für die praktische Umsetzbarkeit ist die oben beschriebene menschliche Kleingläubigkeit. Der Egoismus kann dabei nicht umgangen werden, sondern muss durch »virtù« überwunden werden. Nur sie ermöglicht es, den publikumswirksamen Schein so zu inszenieren, dass die begangene Heuchelei bis zum Ende unentdeckt bleibt. Religion kann dafür ein nützlicher Helfer sein, es können aber auch gewaltsame Mittel eingesetzt werden, denn bei »den Taten aller Menschen und vornehmlich der Fürsten ... urteilt man nach dem Enderfolg« (P 72).

 

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