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Robert Bauer
- Haßmersheim -
Druckausgabe der Webseite: www.robert-bauer.eu (Druck: Monday, 17.05.2021)

Der Schein und die Ästhetik der Macht bei Machiavelli und Nietzsche

5 Reaktionen und Einflüsse

Zu Beginn dieses Textes habe ich darauf hingewiesen, dass Machiavelli für seine Werke oft sehr stark kritisiert wird. Freilich haben seine Ideen keinen besonders menschlichen Klang – zumindest auf den ersten Blick. Ich hoffe aber, dass dem Leser Machiavellis Intentionen klar geworden sind. Nicht Gewalt und Brutalität, nicht Hinterhältigkeit und Heuchelei sind sein Anliegen. Für ihn steht immer die Stabilität und Sicherheit seiner Heimat, seines Staates im Vordergrund. Sein Endziel ist »der Bürger, der sich für seinen Staat verantwortlich fühl, weil er sich mit ihm zu identifizieren vermag« (P Klappentext).

Und dazu sind eben in unsrer Welt »so wie sie ist« solche Maßnahmen – in Notzeiten im Interesse des Gemeinwohls – nötig. »Es braucht sich also ein Fürst nicht vor der Nachrede der Grausamkeit scheuen, wenn er dadurch seine Untertanen eint und in Treue hält; denn mit seinen wenigen Fällen der Grausamkeit wird er milder sein als diejenigen, die infolge ihres allzu großen Mitleids Unordnung einreißen lassen, wodurch Mord und Plünderung entsteht; denn diese treffen gewöhnlich ein ganzes Gemeinwesen und die harten Urteile des Fürsten nur einen Teil« (P 68)fuss 23.

Und auch wenn Kunst und Kultur der inneren Stabilität willen gefördert und unterstütz werden und damit letztlich der Inszenierung der Macht dienen: können sie deshalb nicht dennoch auch positive Effekte für das Aufblühen einer Gesellschaft mit sich bringenfuss 24?

 

Fuss       Fussnoten:

23 Interessant wäre hier Machiavellis Meinung zur Todesstrafe im 21. Jahrhundert!

24 Man wird hier schnell auf die Probleme der Kunst als reine Propagandamaschine beispielsweise bei Stalin oder Hitler hinweisen wollen. In solchen Regimes versteift man sich aber meist auf die Gültigkeit nur einer einzelnen Position und ist damit eben gerade nicht in der Lage, alle Perspektiven zu integrieren. Die weitere Entwicklung dürfte bekannt sein: die zu dieser Zeit als »entartete Kunst« diffamierten modernen Gemälde galten bei wahren Kunstkennern bereits damals wie heute als Geheimtipp für hochwertige, avantgardistische Kunst.

 

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