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Robert Bauer
- Haßmersheim -
Druckausgabe der Webseite: www.robert-bauer.eu (Druck: Saturday, 18.09.2021)

Der Schein und die Ästhetik der Macht bei Machiavelli und Nietzsche

5.2.4 Helvétius und die Liebe zur Macht

Den Spuren Hobbes folgend und ebenfalls recht realitätsnah sieht Helvétiusfuss 34 die Liebe zur Macht – eine indisputable anthropologische Gegebenheit – als universales Prinzip. Ähnlich wie bei Machiavelli soll das vorrangige Interesse der politischen Philosophie den Mechanismen des Machterwerbs und der Machtverteilung gelten. Mittels der natürlichen Liebe zur Macht sucht sich der Mensch Lust zu verschaffen, Unlust zu vermeiden. Normalerweise wird dabei die Gerechtigkeitsliebe immer der Machtliebe untergeordnet. Erst bei einem Konflikt gleich Mächtiger wird als rhetorisches Mittel an das Recht appelliert. In Fällen offenkundigen Machtgefälles entscheidet aber nicht einmal der Schein der Gerechtigkeit, sondern ohne Umschweife der Mächtigere.

Nur aus dieser Liebe heraus lässt sich erklären, warum viele Eroberer und Herrscher insgeheim von vielen Menschen bewundert werden, auch wenn diese brutal und verlogen handeln. Das Gefühl des Unrechts gerät in Vergessenheit (vgl. Ritter 601f). »Il Principe« wird eben immer verziehen!

 

Fuss       Fussnoten:

34 1715 bis 1771

 

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